Lars Castellucci (SPD): „Nicht jeder muss“

„Nicht jeder muss“, meint Lars Castellucci, der migrationspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, in Bezug darauf, ob jeder Mitgliedsstaat der EU Geflüchtete aufnehmen müsse. Im Interview spreche ich mit Lars Castellucci über Migration in der Coronakrise, das Erreichte in den letzten vier Jahren und die kommende Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Castellucci gibt sich zufrieden mit dem im vergangenen Jahr entstandenen EU-Migrationspakt. Doch er sagt auch: „Wichtig ist, dass wir nicht nur an Rechtssetzungen arbeiten, sondern auch konkret etwas tun.“ Gerade mal fünf Länder haben sich dazu durchgerungen, Geflüchtete aufzunehmen, wenn ein Schiff an einem Hafen anlegt. Auf die Frage, wie man die restlichen 22 Länder auch davon überzeugt mitzumachen, antwortet Castellucci: „Jedenfalls nicht mit moralischer Überheblichkeit!“ Vielmehr solle man sich die Aufgaben aufteilen: „Wer partout keine Geflüchteten aufnehmen möchte als Regierung, der soll anders helfen.“

Zur Person: 1991 trat Castellucci in die SPD ein und war von 1995 bis 2001 Ortsvereinsvorsitzender der SPD Wiesloch. Von 1999 bis 2013 gehörte er dem Gemeinderat Wiesloch an, wobei er von 2001 bis 2013 Vorsitzender der SPD-Fraktion war. Außerdem war Castellucci in der Zeit zwischen 2001 und 2009 Kreisvorsitzender der SPD Rhein-Neckar und von 2005 bis 2018 stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg. Nachdem er 2009 für den Bundestag kandidierte aber scheiterte, konnte er bei der Bundestagswahl 2013 ein Mandat erringen. Castellucci sitzt für die SPD-Fraktion im Innenausschuss und ist Sprecher für Migration und Integration, wie auch Beauftragter für Kirchen und Religions-gemeinschaften.

Hier können Sie das Interview hören und sehen:

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